Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 021 - 04.11.2011

Aufruf zur Mahnwache an den Stolpersteinen am 9. November

Mit der Machtübernahme der Nazis vor 78 Jahren begann in Deutschland und später in ganz Europa für Millionen Menschen unvorstellbares Leid. Bereits innerhalb weniger Wochen nach der Machtergreifung haben die Nazis begonnen, ihr unmenschliches Konzept umzusetzen. Politische Gegner aus allen demokratischen Parteien, Gewerkschaften und Kirchen wurden verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Parteien wurden verboten, die Gewerkschaftshäuser besetzt, Bücher verbrannt und die ersten Rassengesetze erlassen. Nach der Ausschaltung von politischen Gegnern wurde systematisch die Verfolgung und Vernichtung von jüdischen Menschen vorbereitet und durchgeführt.

Mit einem Gewaltexzess gegen die jüdische Bevölkerung, ihre Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurde mit den Novemberpogromen 1938 ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Während der Pogrome wurden etwa 400 Menschen ermordet. Zehntausende wurden in Konzentrationslagern inhaftiert.

"Am 9. November wollen wir den Opfern der Naziherrschaft gedenken, ihre Namen und Schicksale in das öffentliche Bewusstsein zurückholen. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, um 17 Uhr am Gedenken an der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße und im Anschluss daran ab 18 Uhr an den Mahnwachen und dem Reinigen der Stolpersteine teilzunehmen", erklärt Bernd Günther, Vorsitzender der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen und Schirmherr der diesjährigen Gedenkveranstaltung. "Wir Gewerkschafter waren sofort von der Idee des Stolpersteineputzens angetan und beteiligen uns schon von Anfang an daran. Es ist immer ein besonderes Erlebnis, an den Stolpersteinen mit Passanten ins Gespräch über das Schicksal der deportierten Männer, Frauen und Kinder zu kommen. Viele Teilnehmer haben ganz individuelle Formen des Gedenkens gefunden, verlesen Lebensläufe der Deportierten, tragen Gedichte vor oder berichten aus eigenem Erleben. Gerade die Vielfalt im Rahmen dieser mittlerweile bundesweiten Aktion macht das Besondere dieses Gedenkentages aus. Deshalb organisieren in diesem Jahr auch Gewerkschafter in Zwickau, Mittweida und Zschopau Mahnwachen an den Stolpersteinen."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt und unterstützt ausdrücklich die Bemühungen des Friendenszentrums Leipzig, eine Gedenkinstallation für die Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof zu schaffen. "Dank des großen Engagements der Initiatoren ist das Projekt sehr weit fortgeschritten. Es fehlen aber immer noch finanzielle Mittel für die Realisierung", so Günther. "Wir bitten deshalb herzlich darum, für die Gedenkinstallation zu spenden. Auch viele kleine Beträge können dem Projekt zum Erfolg verhelfen!"

Empfänger:

Friedenszentrum e.V.
Konto: 307604507
BLZ: 86095604
Bank: Volksbank Leipzig
Verwendungszweck: Gedenkinstallation - Leipziger Hauptbahnhof



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