Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 016 - 30.07.2012

DGB: Fast jeder vierte Beschäftigte in Sachsen verdient unter 8,50 Euro/Stunde

Das statistische Landesamt hat die Verdienststrukturierung in 2010 für Sachsen veröffentlicht.

Dies zeigt deutlich auf, rund 23 Prozent aller Beschäftigten in Sachsen verdienten im Jahr 2010 weniger als 8,50 Euro je Stunde, wobei die Dunkelziffer noch höher liegen dürfte, da gerade in kleinen Unternehmen Armutslöhne gezahlt werden. Dies betraf 27 Prozent aller weiblichen und 20 Prozent aller männlichen Beschäftigten. Sachsen liegt damit beim Anteil der Geringverdiener im Vergleich aller Bundesländer zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern an vorletzter Stelle vor dem Freistaat Thüringen. Das ist nun wahrlich keine Werbung für junge Menschen in Sachsen zu bleiben.

Dazu erklärt der DGB-Vorsitzende der Region Leipzig-Nordsachsen Bernd Günther: „Diese Zahl ist ein deutlicher Beleg dafür, wie dringend wir einen gesetzlichen Mindestlohn auf Bundesebene brauchen. Modelle, die derzeit in der CDU diskutiert werden, reichen nicht. Wir wollen flächendeckend Löhne, mit denen jeder Beschäftigte wenigstens halbwegs über die Runden kommt und später nicht direkt in die Altersarmut rutscht."

Was die Statistik auch zeigt, die stichprobenartig vollzogen wurde – die meisten der Beschäftigten mit unter 8,50 Euro Stundenverdienst in Sachsen sind Vollzeitbeschäftigte (53 Prozent), ein Viertel Teilzeit- und 22 Prozent geringfügig Beschäftigte (Minijobber/400 Euro-Jobs). Unter den Beschäftigten mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn sind mehr Frauen als Männer (54 Prozent gegenüber 45 Prozent). Dies gilt für die Gruppe der Teilzeitbeschäftigten und Minijobber, nicht jedoch für die Vollzeitbeschäftigten. Hier sind mehr Männer als Frauen vertreten und in Sachsen haben
77 Prozent der Geringverdiener eine Berufsausbildung.

"Vor diesem Hintergrund ist es fatal, wenn das SMWA das Ansinnen vor Frau von der Leyen stützt, die Verdienstgrenze bei den Minjobs anzuheben und sich einer gesetzlichen Equal-Pay-Lösung bei der Leiharbeit verweigert", so der Leipziger DGB-Chef Günther.


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