Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 / 2014 - 01.09.2014

Finanzielle Unterstützung bei Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen

Deutscher Gewerkschaftsbund

Bezirk-Sachsen

Region Leipzig-Nordsachsen

 

PM 14 / 2014  

29.08.2014  

PRESSEMITTEILUNG

 

Erwerbslosigkeit: DGB Leipzig-Nordsachsen fordert bessere finanzielle Unterstützung bei Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen

„Da die Qualifikation der Erwerbslosen und die betrieblichen Anforderungen häufig nicht zusammenpassen, sind Weiterbildungen ein entscheidendes Instrument der Arbeitsmarktpolitik“, sagt Bernd Günther, Geschäftsführer der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, angesichts des hohen Niveau der Arbeitslosenzahlen in Leipzig. Für den August meldete zwar die Leipziger Agentur für Arbeit einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen insgesamt, aber weiterhin mit einer hohen Quote von 10,1 Prozent. Nötig seien sinnvolle Qualifizierungsangebote, die nicht nur die Mitwirkungsbereitschaft der Erwerbslosen prüfen. Vor allen Dingen seien bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die fortbildungswilligen Erwerbslosen angezeigt. Günther verweist auf eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dort nennen Erwerbslose am häufigsten finanzielle Aspekte, wenn sie nach Gründen gefragt werden, die gegen eine Teilnahme an einer längeren Weiterbildung sprechen. Die Arbeitsmarktexperten hatten untersucht, welche Schwierigkeiten mögliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einer von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter geförderten Weiterbildung mit einer Dauer von mindestens einem Jahr sehen. 44 Prozent geben beispielsweise an, sie könnten es sich nicht leisten, über den Zeitraum von einem Jahr (oder länger) auf alternative Erwerbseinkommen zu verzichten. Auch ein als relativ sicher angesehener Job mit einem Einkommen etwas oberhalb des Transferbezugs werde häufig als attraktiver angesehen als die unsichere Aussicht auf ein späteres höheres Einkommen infolge der Weiterbildung. 29 Prozent antworteten darüber hinaus, dass sie das Lernen nicht mehr gewohnt seien. 21 Prozent sehen die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen als Hinderungsgrund. So sollten insbesondere im Hartz-IV-System Maßnahmen gefördert werden, die zu einem Berufsabschluss führen. Arbeitsuchende ohne Berufsabschluss tragen ein hohes Risiko länger erwerbslos zu bleiben. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit in Leipzig ist mit rund 32 Prozent sehr hoch, bei Jugendlichen bis 28 Jahren liegt der Anteil sogar bei rund 46 Prozent. Der Leipziger DGB-Chef forderte hierzu finanzielle Anreize für Erwerbslose. „Bei einer Teilnahme an einer soliden Qualifizierungsmaßnahme könnten neben dem Arbeitslosengeld eine pauschale Aufwandsentschädigung oder eine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung von mindestens zehn Prozent und mindestens 100 Euro gezahlt werden. Auch eine Abschlussprämie nach dem Erwerb des Berufsabschlusses könne ein guter Anreiz sein“, so Günther. Der DGB Leipzig-Nordsachsen setzt sich dafür ein, dass die Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik nicht weiter sinken, sondern wieder steigen. „Wir brauchen keine Maßnahmen, bei denen Erwerbslose kurze Zeit aus der Statistik verschwinden und in Arbeitsgelegenheiten gesteckt werden, die weder gute Arbeitsbedingungen noch eine nachhaltige Perspektive bieten“, so der Gewerkschafter.

Die Studie des IAB ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb1414.pdf.  

 

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