Deutscher Gewerkschaftsbund

19.12.2011

Japanische Gewerkschaftsdelegation zu Gast in Leipzig

Eine Delegation hochrangiger Gewerkschaftsfunktionäre aus Japan weilte Mitte Dezember auf Einladung des IG Metall Hauptvorstandes für zwei Tage in Leipzig. In Kooperation mit der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen und den Gewerkschaften vor Ort wurde einumfangreiches Besuchs- und Informationsprogramm für die ausländischen Gäste organisiert. Am ersten Besuchstag begrüßte DGB-Vorsitzender Bernd Günther die Delegation im Volkshaus Leipzig und umriss die aktuellen Schwerpunkte der politischen Arbeit des Gewerkschaftsdachverbandes, insbesondere den Kampf gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse und für gute Arbeit. Anschließend startete die Gruppe zu einer Besichtigung des Braunkohletagebaus Vereinigtes Schleenhain und des Kraftwerks Lippendorf. Im Gespräch mit Firmenvertretern und Betriebsratsmitgliedern informierten sich die japanischen Gäste über die strukturpolitische Bedeutung beider Großunternehmen für den Südraum Leipzigs.

Bei einem Gespräch im Neuen Rathaus erläuterten Vertreter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig die Gesamtwirtschaftsstruktur von Stadt und Umland und gingen näher auf bedeutende Industrie- und Dienstleistungscluster wie Logistik, Automobilindustrie, Energie und Biotechnologie ein. Der Leiter der japanischen Delegation erläuterte, dass in Japan besonders die Abwanderung vom ländlichen Raum in die Städte eine große Herausforderung für die Politik und Gewerkschaften darstellt. Deshalb interessierten sie sich besonders die Entwicklungspolitik im ländlichen Raum, die Kopplung von örtlicher Industrie und Handel mit der Stadtentwicklungpolitik, Fragen des Aufbaus und der Struktur kommunaler Verwaltung sowie der Beteiligung von Gewerkschaften an regionalen wirtschaftspolitischen Prozessen. Am folgenden Tag stand dann ein Treffen mit den BMW-Betriebsräten auf dem Programm, bevor die Kollegen am Nachmittag die Heimreise nach Japan antraten.


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