Deutscher Gewerkschaftsbund

23.01.2013
DGB-Neujahrsempfang

DGB-Bezirksvorsitzende Iris Kloppich kritisiert Niedriglohnstrategie der Sächsischen Staatsregierung

"Die Staatsregierung wirbt noch immer damit, dass die niedrigen Löhne in Sachsen ein Standortvorteil seien. Das ist ein Skandal angesichts der nach wie vor hohen Zahl junger Menschen, die den Freistaat Richtung Westen verlassen", kritisierte die Vorsitzende des DGB Sachsen, Iris Kloppich, anlässlich ihrer Festrede beim Neujahrsempfang der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen am 17. Januar. Die Niedriglohnpolitik habe ganz offensichtlich ins Abseits geführt. Keinesfalls trage sie zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Diese entstünden vielmehr in Hochlohngebieten, wie der Blick nach Süddeutschland zeige. Gemessen an der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle von 1802 Euro sei jeder zweite Beschäftigte in Sachsen betroffen. Als eine Maßnahme forderte Kloppich erneut die Einführung eines Vergabegesetzes, dass den Zuschlag für öffentliche Aufträge an die Tarifbindung des Auftragnehmers koppelt.

Regionsgeschäftsführer Bernd Günther dankte insbesondere den Betriebs- und Personalräten für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr, die auch in deutlichen Mitgliederzuwächsen bei den DGB-Gewerkschaften in der Region Leipzig-Nordsachsen zum Ausdruck kommt. Ausgezeichnet musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Leipziger Duo "Noblicity of Jazz". Wie schon in den vergangenen Jahren nahmen rund 100 Gäste aus Gewerkschaften, Betrieben, Handwerk, Verwaltung und Politik die Gelegenheit zum Gespräch in lockerer Atmosphäre wahr.


Nach oben