Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2013
"Die Bevollmächtigten der freien Gewerkschaften Leipzigs sind sofort in Schutzhaft zu nehmen!" - Dokumentation am authentischen Ort des Geschehens im Volkshaus Leipzig

Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis am 2. Mai 1933

Ausstellung "Die Bevollmächtigten der freien Gewerkschaften Leipzigs sind sofort in Schutzhaft zu nehmen!"

DGB/app

Am 2. Mai jährt sich zum achtzigsten Mal die Zerschlagung der freien Gewerkschaftsbewegung und die Zerstörung der Mitbestimmung in den Betrieben durch die Nationalsozialisten. Am Ende stand der politische und organisatorische Zusammenbruch der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Tausende Gewerkschaftsmitglieder wurden in Zuchthäuser und Konzentrationslager gesperrt, in die Emigration getrieben oder ermordet. Viele engagierten sich im Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime.

Am 2. Mai 1933 zwischen 10 und 11 Uhr wurden sämtliche Volks- und Gewerkschaftshäuser von SA und SS besetzt und Vertrauensmänner der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation (NSBO) in der NSDAP als Kommissare eingesetzt.

23 führende Leipziger Gewerkschafter und Angestellte des Volkshauses werden am 2. Mai 1933 in "Schutzhaft" genommen und dem Polizeigefängnis Wächterstraße "zugeführt". Das gewerkschaftliche Eigentum wird beschlagnahmt, die freien Gewerkschaften werden zerschlagen.

Zum 80. Jahrestag der Besetzung eröffnen der KWI e.V. VOLKSHAUS-GESCHICHTSBODEN in Kooperation mit der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, ver.di Leipzig/Nordsachsen sowie der IG Metall Leipzig die Ausstellung "Die Bevollmächtigten der freien Gewerkschaften Leipzigs sind sofort in Schutzhaft zu nehmen!" - Dokumentation am authentischen Ort des Geschehens im Volkshaus Leipzig.

In seiner Gedenkansprache vor rund 40 Gästen- unter ihnen die Bundestagsabgeordneten Barabara Höll (DIE LINKE), Monika Lazar (Die Grünen) und Wolfgang Tiefensee (SPD) - warf DGB-Regionsgeschäftsfüher Bernd Günther auch die Frage auf, ob sich die Gewerkschaften stärker oder sogar bewaffnet hätten gegen die Nazis wehren müssen. Erich Schilling, Vorsitzender des ADGB zu jener Zeit, äußerte dazu: Ja, es habe Bereitschaft zum Widerstand gegen die Besetzung gegeben. „Doch die Verantwortung vor nutzlosen Opfern war stärker, wenn auch sehr bitter“. Im GEdenken an die Opfer des fasschistischen Terrors mahnte Günther größere Anstrengungen im Kampf gegen den Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft an.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr eine Filmdokumentation der IG Metall-Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen, die unter dem Motto "Widerstand leisten - zu jeder Zeit und überall" die Schicksale von Gewerkschaftern des Deutschen Metallarbeiterverbandes recherchiert haben. 

Die Ausstellung ist bis zum 21. Juni 2013 im Foyer des Volkshauses Leipzig zu sehen. Geöffnet ist das Haus Montag - Freitag von 8 bis 18 Uhr.

 


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IG Metall-Jugend - Widerstand leisten - zu jeder Zeit und überall - Im Gedenken an Willy Rößler

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