Deutscher Gewerkschaftsbund

Stolpersteine putzen

Stolpersteine - Spuren und Wege

Auch in Sachsen erinnern in vielen Städten und Gemeinden Stolpersteine an das Schicksal von Menschen die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. In Leipzig wurden bereits über 200 Stolpersteine verlegt. Die Stolpersteine werden in den Fußweg vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort (oder Lehr- bzw. Arbeitsstätte) eingelassen.

Viele davon hat der Künstler Gunter Demnig selbst verlegt. Das Kunstprojekt wurde 1992 von dem Kölner Bildhauer geschaffen. In die kleinen, 10x10cm großen Betonsteine mit der charakteristischen Messing-Oberfläche, werden die Namen der Opfer sowie der Geburts- und Todestage eingraviert. Auch Hinweise zu ihrem Schicksal finden sich auf dem Stein.

Am 9. November findet bundesweit die Aktion "Stolpersteine putzen" statt. Im Gedenken an den größten Völkermord der Geschichte- der Reichsprogromnacht, werden bundesweit Mahnwachen an den Stolpersteinen abgehalten. Und es ist gute Tradition die Stolpersteine zu reinigen, eine Kerze zu entzünden und die Biografie des Menschen zu verlesen. Auch der DGB Leipzig-Nordsachsen und die DGB Jugend unterstützen diese Aktion. Der Aufruf befindet sich am Ende der Seite.

Weitere Informationen dazu unter: http://www.9ternovember.de/

Auch in der Stadt Eilenburg konnten die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt werden. Die Schülerinnen und Schüler des Martin-Rinckart-Gymnasiums haben in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. und dem DGB Nordsachsen recherchiert und konnten so auf Schicksale einiger Menschen ihrer Heimatstadt aufmerksam machen.

Stolpersteine für Eilenburg

Ein Projekt wurde geboren und lebt weiter durch die aktive Teilnahme aller Bürgerschichten in Eilenburg.

Der 3. Mai 2014 war ein schöner und würdiger Tag, an dem die ersten fünf Steine mit fünf Schicksalen verlegt wurden. Der DGB-Kreisverband-Nordsachsen mit dem Erich-Zeigner-Haus in Leipzig hatten das Projekt aus der Taufe gehoben. Schüler und Lehrer des Gymnasiums begaben sich auf Spurensuche...

"Nun muss der zweite Schritt getan werden, damit das Projekt mit weiteren Stolpersteinen in den Boden gebracht werden kann. Der DGB-Sachsen, Region Leipzig-Nordsachsen unterstützt dieses Projekt weiter", so Bernd Günther, Geschäftsführer der Region.

Und so fing alles an....

Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 startete der DGB-Kreisverband Nordsachsen ein Projekt zur Verlegung von Stolpersteinen in Eilenburg. Ausgangspunkt hierfür war die eigentliche Intention der Kreisverbandsmitglieder, sich an der Aktion "Stolpersteine putzen" zu beteiligen. Dabei mussten wir jedoch feststellen, dass es in Eilenburg bisher noch keine Stolpersteine gibt. Schnell waren Partner für unser Vorhaben gefunden: Schülerinnen und Schüler des Martin-Rinckart-Gymnasiums in Eilenburg und der Erich-Zeigner-Haus e.V. aus Leipzig, der bereits zahlreiche Rechercheprojekte zu Opfern des Nationalsozialismus durchgeführt hat. Finanziell unterstützt durch den Lokalen Aktionsplan Nordsachsen liegen nun die ersten Ergebnisse vor. Fünf Steine können verlegt werden - es sind die Steine für Nathan und Max Samuel, Kurt Bennewitz, Hermann Michaelis und Moritz Lenker.

Noch weitere sieben Schicksale konnten durch die Recherchen der Schüler aufgedeckt werden. Nach aktuellen Stand soll weitere Stolpersteine im März 2015 in Eilenburg verlegt werden. Bis dahin gilt es für die Schüler weiter in den Biografien der Menschen zur forschen. Geplant sind weiterhin eine Ausstellung und die Aktion "Stolpersteine putzen".

Die Steine der Gewerkschafter Moritz Lenker und Hermann Michaelis liegen in der Kellerstr. 14 in Eilenburg.

 


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Stolpersteine - Erinnerung an die Vergangenheit

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