Deutscher Gewerkschaftsbund

05.09.2012
Betriebs- und Personalrätekonferenz am 4. September 2012

Leiharbeit und Arbeitnehmerüberlassung: Handlungsmöglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung und gewerkschaftliche Alternativen

Leiharbeit hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Immer häufiger verdrängt Leiharbeit die Stammbelegschaft in den Entleihbetrieben oder setzt sie unter Druck. Betriebsräte, Gewerkschaften und Politik müssen sich dieser Herausforderung stellen. Auf einer gemeinsamen Betriebs- und Personalrätefachkonferenz von DGB sowie Arbeit und Leben Sachsen diskutierten am 4. September Vertreter aus Betrieben und Gewerkschaften über die komplexe Problematik. Zu Beginn führeten drei Vorträge umfassend sowohl in die arbeitsmarkpolitische als auch die mitbestimmungsrechtliche Seite des Themas Leiharbeit ein. Im anschließenden Erfahrungsaustausch berichteten Betriebs- und Personalräte aus verschiedenen Branchen über den Umgang mit LeiharbeitnehmerInnen im Betrieb. Dabei kamen verschiedene praktische Beispiele für eine wirkungsvolle vertretung der Interessen von Leiharbeitern zur Sprache. Kritisch wurde festgestellt, dass Arbeitgeber die zunehmende Regulierung der Leiharbeit versuchen zu umgehen, in dem sie in den sog. Werkvertrag flüchten. Auch hier haben betriebliche Interessenvertreter die Möglichkeit, diverse Informations- und Mitwirkungsrechte des Betriebsverfassungsgesetzes anzuwenden. Der DGB Sachsen hat dazu ein Informationsblatt herausgegeben, welches unten zum Download zur Verfügung steht. Die TeilnehmerInnen der Konferenz bekräftigten ihren Anspruch, die Spaltung verschiedener Gruppen von ArbeitnehmerInnen im Betrieb nicht zuzulassen. Folgende politischen Ziele der DGB-Gewerkschaften wurden unterstrichen:

  • Gleichbehandlung durchsetzen
  • Leiharbeit befristen
  • Überlassung von Leiharbeitern in bestreikte Unternehmen verbieten
  • Synchronisationsverbot wiederherstellen
  • Leiharbeit  und Werkvertrag abgrenzen

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