Deutscher Gewerkschaftsbund

27.04.2018
Gedenktag am 28. April in Leipzig und Berlin | 4.800 Bau-Unfälle in Sachsen

Workers‘ Memorial Day

IG BAU ruft in Leipzig zu Gedenkminute sowie zum Gedenkgottesdienst auf

„Jeder Unfall ist einer zu viel“ – unter diesem Motto ruft die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Stadt  Leipzig zu einer Gedenkminute für die Opfer von Arbeitsunfällen auf. Bereits am kommenden Freitag [f. d. Red.: 27. April] – dem Vortag des internationalen Workers‘ Memorial Days – soll um 12 Uhr der Menschen gedacht werden, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind, so die IG BAU Nord-West-Sachsen.

„Die Schweigeminute erinnert daran, dass nicht nur auf anderen Kontinenten beim Arbeitsschutz einiges im Argen liegt, sondern auch bei uns noch viel zu tun ist, um Beschäftigte besser zu schützen“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Bernd Günther. So kam es nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) auf Baustellen in Sachsen im Jahr 2017 zu rund 4.800 Arbeitsunfällen, drei Unfälle endeten tödlich.

„Stürze vom Gerüst oder Verletzungen mit dem Häcksler entstehen oft unter Stress. Die Zeit für das richtige Absichern oder das Anziehen der Schutzkleidung muss aber da sein“, betont Günther. Der Gewerkschafter kritisiert die Haltung mancher Arbeitgeber, im Arbeitsschutz lediglich einen Kostenfaktor zu sehen: „Unternehmen sind dazu verpflichtet, für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Wer daran spart, handelt unverantwortlich.“

Die IG BAU Nord-West-Sachsen, der DGB-Stadtverband Leipzig und die Bauinnung Leipzig wollen dann am Samstag, um 9 Uhr, in einem gemeinsamen Gottesdienst der Gewerkschaften und Bauunternehmer der verunglückten Kollegen in der Thomaskirche zu Leipzig, Thomaskirchhof, gedenken.

Im Anschluss wird im Park am Hauptbahnhof ein Blumengruß niedergelegt.

Der Workers‘ Memorial Day fand erstmals 1984 in Kanada statt: Die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst rief damals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Mitarbeiter zu gedenken. Seit 1989 wird der Gedenktag weltweit begangen. Ein zentraler Gedenkgottesdienst findet ebenfalls am 28. April in der Berliner Gedächtniskirche mit Vertretern von Christentum, Islam und Judentum statt.


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